Vortrag Antisemitismus der Neuen Rechten

Wann:
1. Juli 2019 um 20:00 – 22:00
2019-07-01T20:00:00+02:00
2019-07-01T22:00:00+02:00

Von „Globalisten“ und „Weltverderbern“
Die Neue Rechte und der Antisemitismus

In Kooperation mit der Fachschaft Gesellschaftswissenschaften der JLU

Antisemitismus ist in Deutschland und Österreich keineswegs allein ein Problem bei Parteien des äußersten rechten politischen Spektrums. Insbesondere Teile der politischen Linken bergen sowohl mit ihren Positionierungen gegenüber Israel als auch durch bestimmte, ressentimenthafte Ausprägungen des Antikapitalismus ein nicht zu unterschätzendes antisemitisches Potential in sich, wodurch sich immer wieder Schnittmengen mit Teilen der Rechten ergeben. Als historisch entscheidender Protagonist des offenen Antisemitismus hat die Rechte in dieser Hinsicht jedoch besondere Aufmerksamkeit verdient. Sowohl bei der „Neuen Rechten“ im engeren Sinne auch bei Parteien wie der AfD und der FPÖ muss gefragt werden, wie sie gerade jenseits von offenen antisemitischen Verlautbarungen mit ihrer Ideologie und ihren politischen Verlautbarungen, insbesondere durch ihre Agitation gegen „globale Strippenzieher“ und durch ihre Äußerungen zum Nationalsozialismus, eine antisemitische Sicht auf die Welt befördern. Vor diesem Hintergrund wird der Vortrag auch der Frage nachgehen, was dran ist an der Behauptung, ein „Hass auf den Islam“ habe bei den modernisierten Rechtsradikalen den Antisemitismus „abgelöst“.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Uni Wien, Permanent Fellow am Moses Mendelssohn Zentrum der Uni Potsdam und Research Fellow am Herzl Institute for the Study of Zionism and History der Uni Haifa. Er ist Autor von „Fetisch & Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus“ und Herausgeber von „AfD & FPÖ. Antisemitismus, völkischer Nationalismus und Geschlechterbilder“ (Nomos 2017) sowie „Iran – Israel – Deutschland: Antisemitismus, Außenhandel & Atomprogramm“ (Hentrich & Hentrich 2017).

 

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